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Medienwoche: Debatte zum Thema Aus- und Weiterbildung im Journalismus
Medienwoche: Journalistenschulen… und wo sollen die alle arbeiten?
Sylvia Egli von Matt, 16. Dezember 2011
Schön, dass wieder mal über die journalistische Ausbildung geschrieben und nachgedacht wird. Es gibt in der Tat sehr verschiedenen Möglichkeiten in unseren Beruf einzusteigen – und das ist gut so. Denn in ihrer Unterschiedlichkeit tragen sie auch zu einer gewissen Diversity in Redaktionen bei. Es wäre schade, ja eigentlich recht gefährlich, wenn künftig ausschliessllich Hochschulabgänger JournalistInnen werden könnten.
Aus meiner Sicht aber unabdingbar für alle sind Sprachkompetenz, fundiertes Allgemeinwissen, Unvoreingenommenheit und vor allem Leidenschaft. Nur wer wirklich Journalist sein will, hat Aussicht auf Erfolg. Am MAZ betonen wir diesen klaren Fokus – und geben ihm entsprechend bei der umfassenden Aufnahmeprüfung viel Gewicht. Auch deshalb finden wohl die meisten MAZ-Abgängerinnen ganz schnell Arbeit im Journalismus. Und sicher ebenso, weil die Vernetzung mit der Praxis sehr eng ist – über die Volontariate und die Dozierenden, die erfolgreiche JournalistInnen sind. Es ist übrigens eine Praxis, die wissenschaftlich fundiert ist und die in der Ausbildung reflektiert wird. Dieses Nachdenken über Aufgaben, Rollen und Arbeiten ist ein Privileg. Im Alltag kommt es leider zu kurz. ![]()
Prüfen Sie Ihr Allgemeinwissen! Kult-Test des MAZ jetzt online
«Zählen Sie die vier bevölkerungsreichsten Kantone der Schweiz auf.» «Nennen Sie drei Mitgliedsländer der EU, die bis heute den Euro nicht als Währung haben.» «Zu welchem Medienhaus gehört die Berner Zeitung?»
Drei Fragen aus dem 13-seitigen Test, mit dem das MAZ das Allgemeinwissen der Bewerber geprüft hat. Hätten Sie’s gewusst?
Zwei Stunden brüteten die angehenden Journalistinnen und Journalisten über den mehr als 50 Fragen – Fragen zum aktuellen Geschehen in der Schweiz und der Welt, zu Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Medien.
Der Allgemeinwissenstest geniesst mittlerweile Kult-Status auch ausserhalb der Schweizer Journalistenschule. Nach den Aufnahmeprüfungen stellt das MAZ ihn Online – auf dass sich nicht nur die Prüfungskandidaten die Zähne ausbeissen können…
Er ist seit Jahren zentraler Bestandteil des Aufnahmeverfahrens zur Diplomausbildung Journalismus. Weil das MAZ überzeugt ist: Gerade für Journalistinnen und Journalisten ist eine hervorragende Allgemeinbildung unerlässlich.
Studierende lernen Keystone vor Ort kennen
Wie funktioniert eine Bildagentur? Wer arbeitet dort? Woher kommen die Bilder? Was kosten Sie? Die Teilnehmenden des Studienganges Visual Multimedia Editor wollten es am Beispiel der Schweizer Agentur Keystone genau wissen und haben diese in Zürich besucht.
Keystone-Geschäftsführer Jann Jenatsch hat sich einen ganzen Tag Zeit genommen, um zusammen mit Cheffotograf Alessandro della Valle einen Einblick in den Alltag der Agentur zu geben. Zudem erhielten die Teilnehmenden Einblick, nach welchen Kriterien die Agentur Bilder qualitativ bewertet, verbreitet und wie sie übermittelt werden.
Social Media Konzepte – Was auf Blogs, Facebook, Twitter und Co. gehört
Josef Kunz (SVP) stellte sich den Fragen von Journalistinnen und Journalisten
Josef Kunz, der nach 16 Jahren aus dem Nationalrat zurück tritt, berichtete von seinem Alltag in Bern. Von den kleinen Missgeschicken am Anfang seiner Karriere, von Diskussionen mit Bundesbeamten, die wenig vom Alltag eines Landwirts wissen, vom Umgang mit Journalisten und Lobbyisten. Die Teilnehmenden interessierte vor allem, wie man den Einstieg in Bern findet, wie man sich mit komplexen und neuen Themen vertraut macht und wie viel der Arbeitsaufwand eines Parlamentariers ausmacht.
Die Diskussion fand im Rahmen des Kurses “So funktioniert die Schweiz” statt. Ein Kurs, der die Grundlagen und Zusammenhänge der Schweizer Politik, der Wirtschaft, des Justiz- und Sozialstaats vermittelt.
Das «Konzept Schweiz» und die bürgerlichen Parteien – Umfrage der MAZ-Master-Studierenden
Schweizer Werte! Damit werben im Wahljahr alle bürgerlichen Parteien. Doch welche Plakate stammen von der CVP? Welche Slogans von der FDP? Einzig bei der SVP können die Leute die Parolen richtig zuordnen. Die SVP hat das „Konzept Schweiz“ somit klar besetzt – während die Profile von FDP und CVP unscharf bleiben.
Zu diesem Ergebnis kommen die Master-Studentinnen und -Studenten am MAZ. Zwei Drittel der von ihnen Befragten ordneten den Slogan «Schweizer wählen…» eindeutig der SVP zu. Mehr als zwei Drittel kannten auch das Wahlplakat der SVP.
Was stammt von wem?
Dagegen konnte nur jeder Dritte «Aus Liebe zur Schweiz» den Freisinnigen zuschreiben. Und den CVP-Slogan «Keine Schweiz ohne uns» siedelte mehr als die Hälfte bei der SVP an. Dem CVP-Plakat erging es nicht anders.
„Heimatliebe“ hat die SVP gepachtet
Die Master-Studierenden hatten in einer nicht-repräsentativen Umfrage 168 Personen zum Auftakt des Wahlkampfs online befragt. Sie legten zudem Begriffe wie Heimatliebe, Mut und Abgrenzung vor. Auch die meisten dieser Werte ordneten die Befragten der SVP zu – Heimatliebe zu 85 Prozent, Tradition zu 88 und Erfolgsstreben zu 74 Prozent.
Die Umfrage entstand aus dem Seminar “Methodenpraktikum/Fallstudien” heraus, das Dozentin Sabine Holicki leitet.
CAS Krisenkommunikation 2012
Krisen kann man überleben oder meistern.
Wir haben in Partnerschaft mit der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich den Weiterbildungs-Studiengang CAS Krisenkommunikation 2012 entwickelt. In den Modulen Krisengrundlagen, Krisenvorbereitung, Krisenbewältigung und Krisennachbearbeitung wird alles vermittelt, was ein Kommunikationsprofi kennen und wissen muss: die richtigen Instrumente und das korrekte Verhalten in Krisensituationen.
Details zum Angebot http://bit.ly/nYOkht
Weiterbildung Lokaljournalismus 2012
Social Media im Lokaljournalismus, Textwerkstatt, Medienrecht, Umgang mit Interessengruppen, Führen in Lokalmedien sowie Ideen für attraktiven und spannenden Lokaljournalismus. Das Angebot dauert 8 Tage. Es können auch einzelne Module gebucht werden.
Details zum Angebot http://bit.ly/pw9Hgo
Wie Unternehmen ihre Reputation verspielen
So schnell kann’s gehen: Gestern noch top, heute am Pranger: Wenn einer weiss, wie rasch Firmen ihren guten Ruf verspielen können, dann Andrew Gowers (Foto). Der ehemalige Kommunikationschef von Lehman Brothers und BP sprach am Swiss Media Forum über seine Erfahrungen aus den beiden Desastern.
Auch wenn alles gut läuft: Unternehmen müssten kontinuierlich „Reputation-Management“ betreiben. Und nicht erst, wenn der Karren im Dreck steckt. Reputations-Krisen gehörten seit jeher zur Wirtschaft, sagt Gowers. Neu sei allerdings, wie rasant und mit welcher Intensität sie über eine Firma hereinbrechen.
Durch soziale Medien werden Gerüchte rasch zu Fakten. Pannen lassen sich nicht mehr unterm Deckel halten. Unternehmen sind grundsätzlich Misstrauen und Skepsis ausgesetzt, und bei Krisen wird erwartet, dass die Leitung umgehend kommuniziert. „Kommunikation ist Chefsache geworden.“
Hope for the best, prepare for the worst.
Gowers zieht 7 Schlüsse aus den grossen Krisen der vergangenen Jahre:
- Führungskräfte müssen akzeptieren (und lernen damit umzugehen): Sie sind ständig der Gefahr ausgesetzt, von der Öffentlichkeit attackiert zu werden. Sie sollten darauf vorbereitet sein. Keine Kommunikationsabteilung kann ihnen diese Verantwortung abnehmen oder sie von der Öffentlichkeit abschotten.
- Reputation-Management ist zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden, mit dem sich Unternehmen von Konkurrenten absetzen.
- Unternehmen müssen generell sämtliche Kompetenzen ausbauen, auf die es im Umgang mit Risiken und Krisen ankommt.
- Unternehmen müssen Methoden entwickeln, mit denen sich ihr Ansehen systematisch messen lässt.
- Firmen müssen die dabei gewonnenen Daten kontinuierlich nutzen und bei strategischen Entscheidungen berücksichtigen.
- Die Pflege der Reputation ist Chefsache; sie muss auf höchster Ebene angesiedelt sein.
- Wenn etwas passiert: Schnell und entschlossen reagieren. Nach dem Motto: „Hope for the best, prepare fort he worst“.
Wie sieht uns die Welt?
Und wie wollen wir, dass sie uns sieht? Bei Lehman Brothers und bei BP war diese Spanne so gewaltig, dass sie bei Lehman in die wirtschaftliche Katastrophe führte – und bei BP zum Umwelt- auch noch das Kommunikationsdesaster kam.
Natürlich wollte man an der Tagung auch wissen: Hätte Gowers die Reputations-Schäden als Kommunikationsprofi nicht kleiner halten können? Gowers sagte dazu wenig und verwies darauf, dass er wegen laufender Gerichtsverfahren gegen die Unternehmen nichts sagen dürfe. Aber was er sagte, lässt zumindest im Falle Lehman Brothers den Schluss zu: die Führung hatte die Bodenhaftung verloren; was sich in der Welt „draussen“ zusammenbraute, drang nicht mehr durch die gepolsterten Türen der Chefbüros. Man wähnte sich unverwundbar.


