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Archiv von der ‘Neue Technologien’ Kategorie

MAZ-Kompaktkurs Datenjournalismus

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Im achttägigen Lehrgang werden alle relevanten Aspekte rund um Datenjournalismus behandelt und ausführlich praktisch geübt: «Open-Data» und andere Datenquellen erschliessen, gewonnene Daten rsp. «Big-Data» analysieren, neue Rechercheformen anwenden, Tools auch bei der Darstellung von Ergebnissen einsetzen, mit datenbasierten Applikationen Mehrwerte schaffen, das Publikum mit Interaktion einbinden.
Der Kurs dient dem Erfahrungsaufbau, geht aber auch auf die organisatorischen Anforderungen ein, denn Datenjournalismus-Projekte erfordern andere Arbeitsabläufe, Gruppenprojekte, Ressourcenplanung.
Kursleiter ist Julian Schmidli, MAZ-Master-Absolvent, investigativer Journalist beim RechercheDesk der SonntagsZeitung und Le Matin Dimanche. Er hat sich auf datengetriebene Recherchen spezialisiert. Schmidli ist Mitglied vom Recherche-Club Investigativ.ch und twittert als @julianschmidli.
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Daten und Inhalte

 

11./12. September 2014
Modul 1: Grundlagen, Arbeits-Phasen, Datenerschliessung und Datenaufbereitung
Grundlagen: Wir sensibilisieren für die Chancen des Datenjournalismus; die Teilnehmenden verstehen, in wie vielen Themen Daten stecken und umgekehrt. Sie erhalten einen ersten Überblick über Anforderungen ans Ermitteln, Aufbereiten, Darstellen, Publizieren.
Datenerschliessung und -aufbereitung: Schneller und besser relevante Daten finden. Suchtechniken bei Google; Open Data und weitere grosse Datenquellen finden. Dann: Wie Datensätze kritisch geprüft und für die spätere Visualisierung aufbereitet werden. Wir erschliessen Illustrationsformen anhand griffiger Beispiele.
25./26. September 2014
Modul 2:«Data Stories» –  tägliche Anwendung; Visualisierung & Publikation
Daten aus dem eigenen Reichweitengebiet erschliessen, analysieren – und mit einfachen, aber wirkungsvollen Grafiken Zusammenhänge und Entwicklungen aufzeigen. Diese Arbeitsschritte können geschulte Journalisten innerhalb normaler täglicher Arbeitsabläufe erbringen.
Visualisieren: Geeignete Formen der Visualisierung kennen und anwenden. Wir stützen uns im Training auf einfache, aber korrekte Grundformen – zeigen aber auch, wie sich mit allmählich wachsendem Repertoire sehr ausdrucksstarke Visualisierungsformen und Kombinationsmöglichkeiten nutzen lassen.
Publizieren: Wir zeigen Modelle und erarbeiten Format- und Publikationsvarianten, die Mehrwert für eine Redaktion bieten.
24./25. Oktober 2014
Modul 3 «Data Specials» –  Wettbewerbsvorteile aufbauen
Die grossen Geschichten sorgen für Aufmerksamkeit. Diese Stufe bedingt Erfahrung und Zeiteinsatz und Teamwork – z.B. durch einen Journalisten, einen Grafiker und/oder einen Programmierer.
6./7. November 2014
Modul 4: «Data-Apps» – individuelle, interaktive Angebote, mit Refinanzierungsoptionen
Filterung, Individualisierung und Interaktion ermöglichen dynamische Nutzung und den Lesern/Nutzern eigene Schlüsse. Solche «Data Apps» entstehen in interdisziplinäre Teams aus Journalismus, Visualisierung/Design und Programmierung.
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Geschrieben von Frank Haenecke

13. Februar 2014 um 17:07

Einblick in den Studiengang für Visualisierungsprofis

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Nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten Studiengangs Visual Multimedia Editor (VME) Ende September 2012, laufen die Vorbereitungsarbeiten für die zweite Ausgabe ab April 2013 auf Hochtouren. Das Kursprogramm wurde von elf auf zwölf Wochenmodule erhöht, um den Studentinnen und Studenten noch mehr fundiertes Wissen in allen Bereichen des visuellen Journalismus zu vermitteln. Im Fokus der Ausbildung stehen die crossmediale, multimediale und interaktive Vermittlung von Fotografien, Videos, Grafiken und Karikaturen so wie die Beschaffung, Bewertung und Aufbereitung der Inhalte.

zur Gesamtübersicht (PDF)

Geschrieben von Gabriela Murer

13. Dezember 2012 um 14:39

Datenjournalismus-Tagung: Was in der Ausbildung anfällt

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An der 2. Schweizer Tagung zu Datenjournalismus ging es unter anderem um die Frage, was denn Journalisten von diesem Trend-Metier wissen müssen – also auch, worin sie auszubilden sind.

Wie bei so vielem Neuen geht es um eine realistische Einordung, denn «Datajournalism» ist zunächst eine zusätzliche Darstellungsform mit verschiedenen Facetten und eine Ermittlungsmethode. Dann helfen Einsteigern der Abbau von Berührungsängsten und eine neugierige Einstellung zu neuen Möglichkeiten bei der datengestützten Recherche. Nützlich hier: Kenntnisse von Excel und GoogleDocs – Statistik-Grundlagen, eine um Datenaspekte erweitere Berufsethik (Datenschutz bzw. -Transparenz) und Wissen um OpenData-Anliegen. Hier hat das MAZ passende Angebote.

Aufgeschlossene Redaktionen mit «innovativen Chefs», die eine diesbezügliche Weiterbildung einplanen, erschliessen das weitere Feld am besten mit Kursen zur Ermittlung und Auswertung von Datenquellen («Scraping»; auch hier hilft das MAZ). Das so Gefundene («Hier sind Schätze zu bergen, Muster zu erkennen») kann entweder in bestehende Gefässe eingebunden werden, als Grafik z.B. in einem Zeitungsbericht.

Oder es wird mit entsprechender Software weiter visualisiert und aufbereitet – etwa zu interaktiven Onlinegrafiken oder zu spielerischen Applikationen für die Verbreitung in sozialen, mobilen Medien. Da tun sich komplexere Fragen auf, die eher eine Sache für Schnittstellen-Programmier und Infografiker sind. Diese können als Freelancer beigezogen werden.

In den elaborierteren Anwendungen von Datenjournalismus kommen Kompetenzen im Storytelling hinzu, bei der es auch darum geht, einen (Weiter-) Erzählwert aufzuspüren, zu pflegen und die Geschichte weiterzudrehen, mit Social-Media-Esprit.

Organisatorisch können Entwicklerteams mit Spezialkompetenzen der Kernredaktion beigestellt werden, wie das etwa bei Zeit Online praktiziert wird.

In diesem Sinne plädierten die Experten an der Tagung für eine gestaffeltes Vorgehen bei der Kompetenzaufbau in den Redaktionen: Praktisches Basis-Knowhow in Workshops, bei Bedarf Beizug von Spezialisten mit vertiefter Programmier- und Grafik-Ausbildung. Grössere Redaktionen werden letztere bei sich anstellen und weiterbilden, kleinere sich auf dem Markt der Agenturen und Freien bedienen.

 

Diskutierten moderne Facetten des Journalismus in gediegenem Ambiente: Joseph Dreier, Dozent für Datenjournalismus und Infografik am MAZ, Sascha Venohr, Entwicklungsredaktion Zeit online, Gabriel Hase, Webentwickler bei Upfront, Remo Leupin, Co-Redaktionsleiter Tageswoche. Zürich, 20.11.2012.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ziel der vom Medienunternehmen AWP, dem MAZ und der Wirtschaftsinformationsfirma OFWI organisierten Veranstaltungsreihe ist, eine Plattform für Datenjournalismus in der Schweiz zu schaffen sowie Spezialisten und Interessierte zusammenzubringen.

Frank Hänecke, 20.11.2012

NB: Zusammenfassung und weitere Links bei Infocube: http://inside.infocube.ch/index.php?cID=249

Daten-Journalismus-Tagung Zürich, 20.11.2012

Geschrieben von Frank Haenecke

20. November 2012 um 17:09

Im Test: Online-Bildbearbeitungstools

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Die Studierenden des Studienganges «Visual Multimedia Editor» am MAZ haben fünf Internetseiten für Bildbearbeitung genauer unter die Lupe genommen und bewertet. Im Fokus stand der Einsatz in einem professionellen Umfeld.

Ihr Fazit zeigt klar: Keine der fünf getesteten Anwendungen, die allesamt gratis und ohne Registrierung benutzt werden können, kann mit einer professionellen Bildbearbeitungssoftware mithalten. Aber der «Testsieger» http://www.pixlr.com/ bietet einen erstaunlich grossen Funktionsumfang. Beim zweitplatzierte Phtoshop Elements online http://www.photoshop.com/ hat vor allem die Benutzeroberfläche überzeugt.

Die getesteten Bildbearbeitungsseiten:



www.pixlr.com
Kurzbeschrieb: Vollständige Online-Bildbearbeitung, die fast alle nötigen Funktionen anbietet. Eine Photoshop-Kopie.
Die wichtigsten Funktionen: Alle benötigten Bildbearbeitungsfunktionen sind vorhanden.
Positiv: Vollständigket, gratis, kein Login, mehrere Schritte rückgängig machen.
Vermisst: Bildauflösung kann weder angeschaut noch angepasst werden, Stabilität (Manchmal abgestürzt bei schlechter Verbindung).
Funktionsumfang: 5
Benutzeroberfläche: 3

www.photoshop.com
Kurzbeschrieb: Photoshop Express online Version, browserbasierend, ohne Login, gratis, für beschränkte Bildbearbeitung und variantenreiche Bildverfremdung.
Die wichtigsten Funktionen: Zuschneiden/Drehen, Belichtung, Retouchieren, Nachschärfen, Spielerische Effekte.
Positiv: Zuschneiden/Drehen, Live-Vorschau für alle Funktionen, Bedienung, partielles Abwedeln und Nachbelichten möglich.
Vermisst: Auswahl,  Kontrast, Anpassung Bildgrösse ungenügend, fehlende Bildinformationen, verwirrender «Fertig»-Button.
Funktionsumfang: 3
Benutzeroberfläche: 5   

www.picnik.com (ist per Ende April 2012 abgeschaltet, weil von Google aufgekauft – admin.)
Kurzbeschrieb: Basic-Bildbearbeitungsprogramm, spielerische Effekte und schnelle oberflächliche Bearbeitung.
Die wichtigsten Funktionen: Grundfunktionen (Schneiden, Drehen, Belichtungskorrektur, Farben, Schärfe, Grösse), viele vorgegebe Effekte möglich (Spasseffekte).
Positiv: einfach geraderichten (in einem Schritt), einfach komprimierbar (Dateigrösse sichtbar), einfache Handhabung.
Vermisst: Werkzeuge fehlen (z.B. Auswahl), mehrere Bilder gleichzeitig nicht möglich, nur 2 Bildformate (jpg und png), nur Einzelschritte zurück (keine Historie).
Funktionsumfang: 3,5
Benutzeroberfläche: 3,5

www.splashup.com
Kurzbeschrieb: Rudimentäres und schwerfälliges online-Bildbearbeitungsprogramm mit grösserer Absturzgefahr.
Die wichtigsten Funktionen: Bildimport möglich aus flickr, facebook, etc. (nur mit splashup-Login möglich), Schneiden (aufgepasst, keine Feinregulierung!), Drehen (relativ kompliziert), Filter-Möglichkeiten vorhanden, aber die Filter sind nicht regulierbar, Zeichnen von Formen möglich, Layout (Zusammenschnitt) mit viel Geduld möglich, Speichermöglichkeitern: jpg, png, fxo plus Komprimierungstufe.
Positiv: Import-Möglichkeiten, Ebenen-Bearbeitung vorhanden, Online-Zugriff von überall möglich, ohne Software-Installation, Beim Zeichnen kann man sich kreativ ausleben (siehe: http://snag.gy/r9fBx.jpg).
Vermisst:  Bedienung des Programms ist zu wenig intuitiv, Tastenkürzel, Feinregulierung der Zoom-Stufen, präzise Zuschneidemöglichkeit (z.B. Eingeben der Bildgrösse), nur englische Version, Tonwertkorrektur, Gradation.
Funktionsumfang: 2,5
Benutzeroberfläche: 4

www.pixenate.com
Kurzbeschrieb: Bildeditor, verspielt
Die wichtigsten Funktionen: Schneiden, rote Augen, Drehen 90/270°, Spiegeln horizontal/vertikal, Bildgrösse (Proportionen beibehlten), Helligkeit (Gradation nicht steuerbar, automatisch schrittweise gesteuert), basic Farbeinstellungen – grob steuerbar.
Positiv: Funeffekte, Schneidfunktion
Vermisst: Deutsche Sprache, Bedienerfreundlichkeit,  Speichern unter/eigener Dateiname nicht möglich, Schärfen nicht möglich, Bildauflösung ändern nicht möglich, Frei transformieren nicht möglich
Funktionsumfang: 3
Benutzeroberfläche: 2

Geschrieben von Gabriela Murer

22. Februar 2012 um 16:33

Die Debatte über «Das Web ist tot!»

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Zwei Internet-Vordenker liefern sich eine spannendes Duell: Chris Anderson, Herausgeber von Wired, und Michael Wolf, Schreiber für dasselbe Blatt, aber auch für Vanity Fair, und Gründer von Newser. Wer nicht weiter liest, wird auf die falsche Fährte geführt. Denn der volle Originaltitel des Posts vom 17.8.2010 heisst in voller Länge

The Web Is Dead. Long Live The internet.

Es geht um den Machtkampf zwischen den Giganten wie Google, Facebook, oder Apple. Und es geht um Apps, die das Netz segmentieren, und über die man einen Zugang zum Internet erhält, ohne vorher Google bemühen zu müssen.

Die Apps sind ja die neuen Hoffnungsträger für die Verlage. Darum hat Anja Seeliger für den Perlentaucher mal die angelaufene  Diskussion dokumentiert. Gedanken und Querverweise zu all den unterschiedlichen Strippenzieher im Netz sind aufgeführt. Eine gute Zusammenfassung als ein Einstieg in eine Diskussion, die sich noch lange weiter ziehen dürfte.

Geschrieben von Jodok Kobelt

23. August 2010 um 11:37

Studie zum Wandel des journalistischen Berufsbildes

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In der Berufsbild- Diskussion am MAZ beziehen wir uns unter anderem auf die wegweisende Studie von
Christoph Neuberger/Christian Nuernbergk/Melanie Rischke: Journalismus im Internet: Zwischen Profession, Partizipation und Technik – Ergebnisse eines DFG-Forschungsprojekts. Fachzeitschrift, MediePerspektiven 4/2009

http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/04-2009_Neuberger.pdf

In allen Mediengattungen von besonderer Relevanz sind diese Eigenschaften bzw. Ausbildungsziele:

gute Allgemeinbildung
zielgruppengerechte Informationsaufbereitung
fundierte journalistische Ausbildung (z. B. Volontariat,
Journalistenschule, Journalistikstudium)
Bereitschaft zum Dialog mit den Nutzern
Vermittlungskompetenz für mehrere Medien
(z B. Text, Bild, Video)
besonderes Ressort- und Spezialwissen

Geschrieben von Frank Haenecke

14. Dezember 2009 um 11:50

Das Echo auf 104 Zeichen

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„To twitter or not to twitter“ ist die Frage, die sich mancher interaktive Journalist in diesen Tagen stellt. Es gibt keine Antwort darauf, da sind sich alle einig. Aber wer eine Geschichte über die Macht von 104 Zeichen lesen will, kann das bei «der Freitag» tun.

Es geht um die Affäre Trafigura (Giftmüll in der Elfenbeinküste), und was eine Twitter-Nachricht des Chefredaktors des Guardians auslöste.

Geschrieben von Jodok Kobelt

26. Oktober 2009 um 12:40

Abgelegt in Neue Technologien